Der Regieerfolg von Ingolf Lück

"Traumfrau"-Actrice Maria Schuster

„Die Antwort auf Caveman“ nennt die SZ das kanadische Erfolgsstück „Mom’s World“, zu deutsch: „Traumfrau Mutter“, mit dem die Truppe der „arena“ in Berlin seit 2003 in der Regie von Ingolf Lück Erfolge feiert. Es geht um die komödiantisch-dramatische Inszenierung der Verstrickung von sechs Geschichten, sechs kanadischer Frauen, die sich Anfang der neunziger Jahre zusammen tun, um ihren Alltag als Mutter niederzuschreiben. „Traumfrau Mutter“ ist das Kaleidoskop von Menschen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit Heldenhaftes leisten – und wenn es nur darum geht, die Kleinen stressfrei ins Bett zu bringen.

 

"Traumfrau" - Actrice Kathleen Gallego Zapata

Die Schauspielerinnen mit denen Ingolf Lück – selbst Vater – arbeitete, sind allesamt Mütter – Regisseur und Ensemble wissen also, was sie tun. „Die Frauen haben improvisiert, ich habe zugeschaut: Einige Details waren für mich neu“, sagt Ingolf im SZ-Interview Und dann bringt das Thema Kinder dem früheren „Wochenshow“-Anchorman auch ein neues Bewusstsein: „Ich merke das, wenn ich mit Kollegen zusammensitze, die keine Kinder haben, junge Stand-Upper. Die machen einen Witz darüber, dass ein Kind überfahren wird – und ich denke mir: Was soll denn das? Mir fällt es schwerer, zynisch zu sein.“

 

"Traumfrau" - Actrice Cay Helmich

Die Süddeutsche Zeitung schreibt zu dem Stück: „Traumfrau Mutter“ lebt von geteilten Erfahrungen. Wer nicht weiß, was es heißt, auf allen vieren zu gehen, wie ein Muttertier zu säugen und seine ganzen Sehnsüchte auf das Wort „Schlaf!“ zu reduzieren, der mag nicht gleich verstehen, was es heißt wenn eine Frau stoßseufzert: „Nach schwangerblöd kommt stillblöd.“ – „Du musst als Mutter täglich tausend lebenswichtige Entscheidungen treffen, und kein Schwein hilft dir – Brust oder Flasche? Schmusen oder Schlagen?“ Und dann ist da noch die Sache, mit der alles begann: „Sex?“ Da kräht es schon aus dem Kinderzimmer. So einfach, so wahr.

 

Regisseur Ingolf Lück

Comedy-Star Ingolf Lück, der mit dieser schrill-dynamisch-geistreichen Nummern-Revue auf einer kargen Kreißsaal- und Bauklötzchen-Bühne sein Regie-Debüt gibt, hat für das kanadische Stück eine Idealbesetzung gefunden: sechs Charaktere, sechs hervorragende Schauspielerinnen, die wohl auch deshalb so überzeugend wirken, weil sie eigene Erfahrung auf die Bühne bringen. „Traumfrau Mutter“ ist ein Feuerwerk an Pointen, das zu Tränen rührt, Tränen des Lachens und der Melancholie. Nach euphorischem Applaus leert sich das Zelt nur langsam. Eltern gehen jetzt nach Hause, Kinderlose in die angesagten Klubs der Stadt.

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