Bonner General-Anzeiger, 22.03.2007

Auf dem Mount Everest verliert er den Faden: „One Way – Ein Mann Stück“: Ingolf Lück brilliert im Bonner Pantheon als Macho und Verlierer

Von Karin Berentzen

One Way Man ist ein dynamisches Stück Unterhaltung, das das Thema Mann – Frau aus einer neuen Perspektive beleuchtet und zeigt, dass man das Thema zotig und gleichzeitig intelligent darbieten kann.

Frank alias Ingolf Lück denkt über sein Leben nachBonn. Eine Parkbank, ein Mülleimer und eine Laterne sind die einzigen Requisiten, mit denen Multitalent Ingolf Lück im Pantheon die Premiere seines abendfüllenden Programms „One Way – Ein Mann Stück“ zelebriert. Zu klassischer Musik den „Moonwalk“ tanzend, in der Hand eine Flasche betritt Lück die Bühne. Seinen Mantel wirft er in den Müll und lässt sich theatralisch auf die Parkbank sinken, lallt herum und schläft ein.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, befindet sich der Zuschauer mitten im Leben von Frank Wagner: Am vorherigen Abend hat er sich alkoholgeschwängert mit seinem Chef überworfen, der ihn zwar mit Frank angesprochen, aber gleichzeitig gesiezt hat („Duzen mit Kondom“) und sich auf die Parkbank geflüchtet.

Bis dahin hat er 16 Jahre lang hat als „Herr der Ringe“ Dichtungsringe für Küchenmaschinen verkauft. Verkatert reflektiert Frank sein Leben: sein Job, sein Chef, sein Rivale Dieter, den er als „menschgewordenen November“ bezeichnet, und natürlich seine Lebensgefährtin Marion.

Dass er ein wirklich guter Schauspieler ist, zeigt Lück, indem er blitzschnell in die jeweilige Rolle schlüpft und dieser mit Stimmlage, Mimik und Gestik einen ganz eigenen Charakter verpasst.

Als Frank Wagner gerade jedes Klischee zwischen Mann und Frau intelligent platt tritt, wird er vom Handyklingeln unterbrochen. Es ist Marion, sie ist dieses Mal wirklich sauer und setzt ihn vor die Tür. Im nächsten Gespräch fordert sie einen Liebesbeweis. In ihm kommt immer wieder der Primat im Manne hoch, und er wünscht sich, ein Bonobo-Äffchen zu sein, das alle Konflikte mittels Sex löst.

Als Frank gerade über die Be~steigung des Mount Everest sinniert, verliert Lück den Faden. Schuld sei, so stammelt er nervös, seine Frau, die ihm beim Abhören an dieser Stelle gesagt habe:

„Ingolf, du bist genauso wie der Frank.“ Also fischt Lück kurzerhand das Skript aus dem Müll und erzählt das Ende der Geschichte von Marion und Frank im Schnelldurchlauf: Es gibt natürlich eine Versöhnung – „total kitschiges Rosamunde Pilcher-Gesäuere“.

„One way“ ist ein dynamisches Stück Unterhaltung, das das Thema Mann-Frau aus einer neuen Perspektive beleuchtet und zeigt, dass man das Thema zotig und gleichzeitig intelligent darbieten kann.

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