Bonner Rundschau 13.09.2003

Ingolf Lück spielt im Pantheon das Ein-Mann-Stück Caveman

von Christian Böhm

Männer. Das Thema: ein Dauerbrenner. Das Stück Caveman: in Amerika ein Riesenerfolg – seit zwölf Jahren schon. Der Darsteller Ingolf Lück: nicht erst seit der Sat 1-Serie „Wochenshow“ ein Star unter Comedians. Leicht auszurechnen, wie gut Caveman nun im Pantheon ankam. Geschrieben wurde Caveman von dem amerikanischen Comedian Rob Becker. Kristian Bader hat es ins Deutsche übersetzt, Esther Schweins machte als Regisseurin den Erfolg dieses Gassenhauers‘ auch in Deutschland perfekt. Als Theaterstück – beginnt Caveman, -, doch_ wächst es sich eher zu – einer Ein-Mann-Comedy-Show aus. Ingolf Lück reiht Sketch an Sketch, jeder die Variation eines nur allzu bekannten Themas. Das Wesen des Mannes und der Kampf der Geschlechter – selten wurde auf amüsantere und überzeugendere Weise versucht, Klischees eine neue Seite abzuringen.

Ingolf Lück spielt Tom. Tom hat Stress mit seiner Freundin, erfährt der Zuschauer gerade noch, bevor er mit der langen Geschichte. der Geschlechterdifferenz konfrontiert wird. Der Neandertaler: war er männlich, war er ein Jäger. War er, weiblich, war er, eine Sammlerin. Am Prinzip hat sich nichts geändert. Das jedenfalls versucht Tom den Zuschauern klar zu machen. Dabei hätten die Männer der 68er-Generation versucht, ihre feminine Seite zu entdeckten: Sie strickten. In den 80ern hätten sie versucht, die besseren Frauen zu sein. In den 90ern war die behauptete Transformation des Mannes abgeschlossen: es habe nur noch Frauen und „Scheißkerle“ gegeben. Das ist die Gegenwart des Stückes.

Frauen Und Scheißkerle die Geschichte, die mit Caveman erzählt wird, hat allerdings eine ziemlich triefende Moral. „Ein Mann soll wie ein Mann sein. Aber er soll die Energie aufbringen, die andere Seite zu verstehen.“ Im Publikum gab es eine Reaktion, die die umwerfende Wirkung von „Caveman“ mit Ingolf Lück aufzeigt. Ja!“, brummte ein Zuschauer mehr für sich, doch für alle vernehmlich nach diesem Sermon. Grenzenlose Heiterkeit war die Folge. Aber diese spontane Bestätigung, des so humorvoll Ausgeführten zeigte doch, dass das Stück den Nerv der Zuschauer trifft – welch ein sympathisches Stück!

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