Spiegel, 01/2001

Ingolf Lück, 42, bekannt aus der SAT.1-Ulksendung Wochenshow(Danke, Anke!), ist demnächst als Schönheitsoperateur in der Sat.1-Comedy Der Doc – Schönheit ist machbar zu sehen.

Spiegel: Herr Lück, sind Sie eitel?

Lück: Ein Mensch, der von Kindesbeinen an mit meiner Physiognomie geschlagen ist, der kann nicht besonders eitel sein.

Spiegel: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihre Nase richten zu lassen?

Lück: Nein. Ich glaube, dass spätestens wenn sich alle den goldenen Schnitt haben machen lassen, ein neues Schönheitsideal gelten wird. Und dann bin ich mit meinem Aussehen vorne dabei. Es lohnt sich also, einfach zu warten.

Spiegel: Der goldene Gesichtsschnitt – was soll das sein?

Lück: Angeblich haben schöne Menschen einen Nasen-Lippen-Winkel von 110 Grad. Aber heutzutage ist Schönheit ohnehin kaufbar.

Spiegel: Wird’s denn im Serien-OP auch mal blutig?

Lück: Um Gottes willen, nein. Eigentlich geht es ja um das Drumherum, das Zwischenmenschliche der Klinik-Besatzung. Natürlich haben wir uns von Schönheitschirurgen zeigen lassen, wie man Fett absaugt, Lider strafft oder ein Kinn korrigiert.

Spiegel: Und diese wunderbar appetitlichen Details chirurgischer Handarbeit zeigen Sie?

Lück: Na klar. Und ich denke, ein Zuschauer, der gut aufpasst, könnte wohl einfache Dinge wie eine Nasenkorrektur zu Hause am Küchentisch nachmachen.

Spiegel: Gefällt Ihnen das High-Society-Milieu, das „Der Doc“ karikiert?

Lück: Nein. Ich verweigere mich seit 20 Jahren den Hochglanz-Magazinen. Es ist natürlich ein bisschen schwierig, wenn man meinen Job macht und an dieser Art von Popularität nicht interessiert ist. Entweder macht man den Job gut, dann wird man automatisch populär. Oder man wird nicht populär, dann wird man den Job nicht lange machen.

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