STERN, April 2003

Ingolf Lück inszeniert in Berlin sein erstes Stück: die deutsche Premiere der kanadischen Komödie Traumfrau Mutter – Windeln, wenig Sex und andere Katastrophen: Ein Blick ins väterliche Gefühlsleben des Wochenshow-Stars.

Kann man beim Kartenkauf gleich den Babysitter buchen?

Klar. Außerdem gibt es in der Morgenvorstellung um 5:30 Uhr zwei Stillpausen; jeder Sitz ist mit einem Fläschchenwärmer ausgestattet und dem Brevier mit exklusiven Tipps: „Windeln weg in einem Tag“ zum Beispiel.

Angehende Papas machen brav Hechelkurse mit – waren Sie auch dabei?

Hey, ich bin Schauspieler, ausgebildeter Hechler und ein ganz großer Presser: Ich habe unsere Tochter quasi allein auf die Welt gehechelt, während meine Frau draußen gewartet und eine gequalmt hat. Die beste Geburtsstation für werdende Väter sieht so aus: Kneif dir in die Oberlippe! Fest! Noch fester! Und dann zieh sie dir laaangsam über den Kopf!

Aha. Nun bitte Geheimtipps, wie das Leben mit Kindern leichter wird.

Du musst dein Kind schon für den nächsten Tag anziehen, wenn du es ins Bett bringst. Und wenn dich dein Kind zur Weißglut bringt, kannst du ruhig Tränen einsetzen, dann spuren sie – noch besser funktioniert aber, sich tot zu stellen.

Welches Kinder- oder Elternbuch würden Sie gern schreiben?

„Halt’s Maul, du kleiner Racker, sonst knallt’s, du kleiner Kacker!“

Welche Anzeichen physischen und geistigen Verfalls konstatieren Sie seit Beginn Ihrer Vaterschaft?

Hä? Könnense die Frage noch mal…?

Du Papa – du sein dick und doof?

Ach so. Ich habe wenig Sex, meine Frau vermutlich auch. Ich gucke tolle Kinofilme zwei Jahre später, ich habe vor 261 Tagen zuletzt Fußball gespielt und hatte einen Bandscheibenvorfall, weil ich meine Tochter falsch gehoben habe. Aber wenn Lilly mir morgens den ersten nassen Kuss gibt, weiß ich: Es lohnt sich!

Interview: Bettina Schneuer

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