General Anzeiger| 31.03.2014 | Von Alev Dogan | Foto: Werner Melsbach. „Ich bin nicht alt. Schluss, Aus, Ende der Diskussion.“ Auch wenn sich die „geriatrischen Komponenten“ im Leben des Ingolf Lück mehren, wie er meint – selbstverständlich will und kann sich der Schauspieler und Komiker nicht von seinem Publikum verabschieden.
Bad Honnef. Mit freundlicher Unterstützung des General Anzeigers.

Auf Einladung des Lions-Clubs Bad Honnef war Lück mit seinem neuen Bühnenprogramm „Ach, Lück mich doch“ im Kursaal zu Gast. Ziel der Lions war es nicht „nur“, mit einem der bekanntesten Unterhaltungskünstler Deutschlands das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Gemäß ihrem Motto „We serve – wir dienen“ ging es vor allem darum, Gutes zu tun. Der Erlös der Veranstaltung ging an die Hilfsorganisation „Hand in Hand for Africa“.

Weil ihm die Rewe-Kassiererin das Portemonnaie aus der Hand nimmt, um ihm mit den Groschen behilflich zu sein, oder der Erstklässler ihm seinen Platz in der Straßenbahn anbietet, setzt sich Lück immer öfter mit seinem Alter auseinander. Und er nimmt dies zum Anlass, Bilanz seiner Karriere zu ziehen. Dabei bezog er das Publikum im Kurhaus mit ein – und hieß jeden Zuschauer entsprechend willkommen in „unserer kleinen Bad Honnefer Selbsthilfegruppe“.

Foto: © Werner Melsbach

Foto: © Werner Melsbach


Der erste Teil seines Auftritts behandelte die zwei prägendsten Stationen seiner Karriere: die ARD-Musiksendung „Formel Eins“ und die „Wochenshow“. Kein leichtes Unterfangen war ersteres offenbar: Immerhin habe er eine Stunde lang echte Gefühle vorspielen müssen, mit Modern Talking als Dauerbrenner in den Charts, witzelte Lück.

Und die Wochenshow, der Höhepunkt seiner Karriere? „Obstkörbe“, wo immer er hinschaute, „das große Geld und die zu ihm aufschauenden Kollegen Anke Engelke und Bastian Pastewka“. Mit Distanz und Ironie parodierte Lück die Fernsehlandschaft der 90er Jahre und sich selbst.

Nach der Einstellung der „Wochenshow“ kam dann die „kreative Pause“. „Es war eine richtige und wichtige Entscheidung, nach meinen beruflichen Höhepunkt zu pausieren… zu müssen“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Im zweiten Teil des Programs gab es klassische Stand-Up-Comedy.

Es ging um den Hype, der um Zumba gemacht wird, und die darin liegende Tragik, dass die „germanische Zumba Gretel“ nicht unbedingt aussieht wie eine 19-jährige brasilianische Profitänzerin. Es ging um Frauen, die man „politisch korrekterweise Menschen mit Menstruationshintergrund“ nennen müsste, und darum, dass Angela Merkel, die wohl „beste Vorbereitung auf den ersten weiblichen Kanzler der Bundesrepublik“ ist.

Aber vor allem ging es um Ingolf Lück, der nach 30 Jahren Fernsehkarriere von sich sagt, er sei ein „zutiefst glücklicher Mensch“: „Und ich hoffe, dass jeder von ihnen hier das auch mal von sich sagen kann.“

Kurz gefragt

Haben Sie einen Bezug zu Bad Honnef und der Region?
Ja, na klar. Das gesamte Siebengebirge ist eine Freizeitregion für uns, die wir in Köln leben. Ich komme oft an den Wochenenden mit meiner Familie hierher. In der Region steckt ein ganzes Stück deutsches Kulturgut. und ich trete regelmäßig im Pantheon in Bonn auf.

Sie sind Schirmherr des Vereins „Hand in Hand for Africa“, dem die Benefizveranstaltung der Lions im Kurhaus gewidmet war. Wohin geht das Geld?
Wir haben ein Waisenhaus in Namibia für circa 30 Vollwaisen gebaut. Bei einem Sturm vor ein paar Tagen ist das Dach eingebrochen. Die Spenden des heutigen Abends werden wohl als Notfallspende in die Reparatur dieses Daches fließen. Darüber hinaus ist unser Hauptprojekt derzeit der Bau einer neuen Schule. Sie soll bis zu 300 Schüler beherbergen können. Der Plan ist, dass diese Kinder an den Wochentagen auch in der Schule übernachten. Entsprechend kümmern wir uns um den Bau der Küche, das Inventar, die Schlafzimmer und so weiter. Wir haben Juli als Eröffnungstermin angepeilt, jetzt sind wir also genau in der heißen Phase. Wir suchen auch Lehrer aus Deutschland, die für zwei, drei Monate nach Namibia fliegen und die Lehre unterstützen. Es gibt noch viel zu tun.

Was erwartet die Zuschauer in ihrer neuen Sendung „Die 21“ auf WDR?
Die Zuschauer können vorab per Internet ihre Meinung kundtun, was die 21 Dinge sind, die man in NRW unbedingt getan haben muss. Daraus entsteht ein Ranking. Ich werde ab dem 7. Mai genau diese Dinge tun und besuchen – vor der Kamera.

Informationen zu „Hand in Hand for Africa“ unter www.handinhandforafrica.de
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