2002
1
Jan

Du jagen, ich sammeln – Ein Plädoyer für den Höhlenmenschen

Zuschauer-Mail vom 24. Januar 2004: „Hallo Ingolf, ich habe Deine Veranstaltung gestern in Köln gesehen. Danke für den super tollen Abend. Und danke für den Muskelkater im Bauch. Mein Gott habe ich gelacht… Ich muss gestehen, dass ich auch beeindruckt war. Grosse Leistung von Dir. Super. Klar, dass Du den Mann gut rüber bringen kannst, aber der Frauenpart stand Dir auch gut zu Gesicht. Grüße, Birgit.“

 

Mehr als 15.000 Zuschauersahen Ingolf allein in der ersten Spielzeit von „Caveman“, der deutschen Adaption des erfolgreichsten Solostücks der Broadway-Geschichte. Nach der „Wochenshow“ ist die One-Man-Show  ein neuer Meilenstein in Ingolfs Karriere. Die Schauspielerin Esther Schweins gibt mit der „arena“ Berlin-Produktion des Stücks von Rob Becker ihr Regiedebüt am Theater.

 

 

Zum Inhalt. Der Protagonist von „Caveman“ trifft seinen imaginären Urahnen, einen sympathischen Neandertaler. Der hält die Erkenntnis bereit, dass bis heute die Männer Jäger und Frauen Sammlerinnen sind. Dank des erheblichen Mitteilungsbedürfnisses des Protagonisten, seiner Neugier und seines trockenen Humors, eröffnet sich dem Zuschauer die Welt des oftmals reibungsvollen Miteinanders von Mann und Frau ganz neu. Der Lebensraum der modernen Sammlerin: Einkaufen, Haushalt, Sex. Der des modernen Jägers: Rumsitzen ohne zu reden und das zur Arbeit deklarierte Abhängen vor dem Fernseher. Zuvorderst ist das amüsanter Blödsinn, aber über das Andere im Anderen zu lachen, ist die beste Voraussetzung für Verständnis, Neugier und Kurzweil – wenn die Trampelpfade von Jägern und Sammlern sich kreuzen.

Die Zusammenarbeit von Ingolf Lück und Esther Schweins in „Caveman“ ist nach der erfolgreichen Tournee von Bastian Pastewka und Olli Dittrich schon die zweite Gemeinschaftsproduktion von Protagonisten der damals rivalisierenden TV-Comedys „SAT.1 Wochenshow“ und „RTL Samstag Nacht“. Der zweite Beweis dafür, dass diese Konstellationen auf der Bühne augenscheinlich Erfolge von besonders hohem Unterhaltungswert garantieren.


Der Autor des Stücks, Rob Becker, schrieb das Stück in der Zeit von 1988 bis 1991 während er Anthropologie, Prähistorik, Psychologie, Soziologie und Mythologie studierte. Becker, der seit 1981 auf der Bühne steht, ist seit seinem ersten Besuch in der Late Show von Dave Letterman ein gern gesehener Gast im amerikanischen Fernsehen. So gesehen ist der Verlauf seiner Karriere vergleichbar mit der von Ingolf, der aus seinem Hochschulstudium zur Bühne und von der Bühne den Weg ins Fernsehen fand. Das amerikanische Original „Defending The Caveman“ hat seit seinem New Yorker Bühnenstart Theatergeschichte geschrieben: Im März 1995 startete es im Helen Hayes Theatre und bereits ein Jahr später hatte es alle Zuschauerrekorde gebrochen. Heute ist es mit bis dato über zwei Millionen Zuschauern insgesamt das am längsten gespielte Solo, das je am Broadway aufgeführt wurde. Der New Yorker Bürgermeister Giuliani rief den Tag, an dem der vorherige Rekord eingestellt wurde, feierlich zum „Caveman Day“ aus. Das Stück lief bis Juni 1997 am Broadway, dann brach Rob Becker damit auf eine US-Tour auf, die er erst 2005 beendete.

 

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